Workshops

Kurse im Stampflehmbau bei der Europäischen Bildungsstätte für Lehmbau EBfL

Seit 2015 bieten wir bei der Europäischen Bildungsstätte für Lehmbau (EBfL) in Wangelin, Mecklenburg-Vorpommern regelmäßig im Juni die in Deutschland sehr seltenen längeren, kombinierten Baustellenkurse im Stampflehmbau an. Die jährlich stattfindenden Kurse sind sehr gut besucht und finden auf dem EBfL Gelände statt. Dadurch können die im Workshop von den Teilnehmern gebauten Wandbauteile für die weitere bauliche Nutzung durch die Bildungsstätte, erhalten bleiben. Alle Teilnehmer erhalten zusätzlich Informationen zum Stampflehmbau in Schrift und Bild.  Am Ende des Kurses besteht die Möglichkeit an einer ECVET Earth Building Prüfung teilzunehmen. Das ECVET Earth Building Zertifikat ist europaweit vergleichbar und entspricht dem Niveau 3 des europäischen und deutschen Qualifikationsrahmens DQR.

https://www.dqr.de/

https://www.na-bibb.de/erasmus-berufsbildung/mobilitaet/ecvet-und-qualitaet/

https://www.na-bibb.de/erasmus-berufsbildung/mobilitaet/ecvet-und-qualitaet/wie-funktioniert-ecvet/

https://ecvetearth.hypotheses.org/download/units-download

https://ecvetearth.hypotheses.org/

https://www.youtube.com/playlist?list=PLrSGs7xZH8U70UN_Z6WKSDLoYkcQ2Mwdg

Themen der Baustellenkurse sind:

  • Planung von Stampflehmbaustellen
  • Werkzeug und Maschinen im Stampflehmbau
  • Aufbereitung von Baulehm zu Stampflehm
  • Auswahl geeigneter Zuschlagstoffe
  • Bestimmung der geeigneten Einbaufeuchte des Materials
  • Herstellung einer Baustellenmischung
  • Einfaches Materialprüfverfahren auf der Baustelle
  • Verarbeitung von gängigen Stampflehm Fertigmischungen
  • Schalungsbau einschl. Auf- Abbau und Umsetzen
  • Standsicherheit von Stampflehmwänden
  • Bauphysikalische Eigenschaften: Schwindmaß, Druck-und Zugfestigkeit
  • Armierung von Stampflehmwänden
  • Gestaltung und Textur
  • Endbearbeitung der Wandoberfläche und Witterungsschutz
  • Historischer Abriss und Beispiele des modernen Stampflehmbaus

Zum aktuellen Programm 2020 der Europäischen Bildungsstätte für Lehmbau in Wangelin Mecklenburg- Vorpommern.

Liebe Lehmbaufreund*innen,
das Bild zeigt unser Büro scheinbar verschlafen am Ende des Feldes. Es befindet sich in einem ehemaligen mecklenburgischen Landarbeiterhaus (es ist das zweite von links). Dahinter liegt unser Freigelände und die Werkstatt. Das Gelände erstreckt sich bis zu den drei großen Küstentannen im Hintergrund – dort befindet sich unsere Sommerküche – bevor es dann in den  Wangeliner Garten übergeht. Dort sind zwar die Tore verschlossen, dahinter aber blüht die Lenzrose und die Enten schnattern. Wer Wangelin und unser Gelände noch nicht kennt, kann sich auf den Videos der Wangeliner Workcamps einen kleinen Eindruck verschaffen.

Auch in unserem kleinen Dorf Wangelin versuchen wir einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie zu leiten. Unsere geplanten Kurse und Veranstaltungen haben vorläufig abgesagt. Wir wissen noch nicht, wann wir wieder Kurse anbeiten können, hoffen jedoch, daß wir bald das Kursprogramm wieder aufnehmen können.
Aber drinnen im Büro oder auch von zuhause aus arbeiten wir an unseren Kursprogrammen und neuen regionalen und europäischen Bildungsprojekten. Auch Bauleiter Tom Schröder aus Güstrow ist häufig vor Ort um die Baumaßnahmen zur Sanierung unserer Werkstatthalle vorzubereiten.

Unser geplantes Jahresprogramm 2020 finden Sie, findet ihr auf unserer Webseite unter www.lernpunktlehm.de . Wie in den Vorjahren gibt es Kurse zu Lehmbau, Lehmputzen, Stampflehm, Tadelakt, Bauen mit Kalk, Kalkböden und Reetdachdeckung. Neu im diesjährigen Programm sind die Themen Lehm-Tattoos, Handkalk, Lehmheizung/-kühlung und Kalkstuck. Nach längerer Pause findet auch wieder ein Baustellenkurs „Speicher-Grundofen“ statt. Ein neuer Kurs „Lehm-Backofenbau“ richtet sich besonders an Familien: Eltern sind gemeinsam mit ihren Kindern eingeladen, mitzubauen.

Falls Sie Interesse haben, an einem der Kurse teilzunehmen, melden Sie sich bitte über den angegebenen Link an, auch wenn noch nicht klar ist ob der Kurs stattfinden kann. Das hilft uns für unsere Planung. Falls der Kurs dann zu dem geplanten Termin nicht stattfinden kann, versuchen wir gemeinsam mit Ihnen einen Ersatztermin zu finden. Für Sie fallen bis eine Woche vor Kursbeginn aufgrund der schwierigen Situation in diesem Jahr keinerlei Stornogebühren an.

Das Lehmmuseum Gnevsdort plant in dieser Saison eine Sonderausstellung zum Thema Lehmbau an der Hochschule.
Wir wissen auch hier nicht wann das Museum wieder auf hat und die Ausstellung eröffnet werden kann. Die Ausstellung steht wie auch andere Veranstaltungen des Museums in diesem Jahr unter dem Motto Lehmbaubildung für alle unabhängig von Herkunft und Bildungsstand.

Der Europäische Lehmbautag ist für den 25. Juli geplant. Das EUR Projekt JUMP! – Training for Change stellt Module für Lehrkräft im Lehm- und Strohbau vor. In dem dreijährigen Projekt wurden innovative Methoden zur Vermittlung von nachhaltigem Bauen erprobt, ein weitere Schritt in Richtung einer europäischen Vision für ein Berufsbild Ökobau.

Einfach nachhaltig Bauen – unter diesem Motto laden wir am 23. und 24. Oktober zu einem zweitägigen Kolloquium ein. Herstellerfirmen und Baubetriebe werden in Vorträgen und praktischen Vorführungen klimaneutrale Bauweisen vorstellen, u.a. Stroheinblasdämmung, Bauen mit Hanf und Kalk, Innen- und Außendämmungen.

Wenn Sie Fragen zu den Themen und Kursen unseres Programms haben oder nach umweltfreundlichen Lösungen für Ihr Bauvorhaben suchen, schreiben Sie uns oder rufen Sie an. Unser Büro ist besetzt!

Bleiben Sie gesund und sorgen Sie füreinander:
Wir wünschen Ihnen und Euch
Uta Herz & Team
Europäische Bildungsstätte für Lehmbau | FAL e.V.
Dorfstr. 27, 19395 Ganzlin OT Wangelin, Deutschland
www.fal-ev.de
www.lernpunktlehm.de
u.herz@lernpunktlehm.de
Tel.: 038737 33 79 90

EQR und ECVET – Europäischer Qualifikationsrahmen und Europäisches Leistungspunktesystem für die Berufsbildung

EQR und ECVET sind europäische Transparenzinstrumente zur einfacheren Vergleichbarkeit und Anerkennung von europaweit erworbenen Kenntnissen und Kompetenzen. Der Qualifikationsrahmen und das Leistungspunktesystem sind eng miteinander verbunden. Ziele sind die Schaffung eines europäischen Arbeitsmarktes und eine Erhöhung der beruflichen Mobilität in Europa.

Der EQR wurde 2008 durch das Europäische Parlament und den EU-Ministerrat in Kraft gesetzt. Er umfasst die Bildungsbereiche der allgemeinen, beruflichen und akademischen Bildung. Den Kern des EQR bilden acht Referenzniveaus, mit denen Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen beschrieben werden. Dabei sollen Qualifikationen nicht mehr über Lernwege und Abschlüsse, sondern über Lernergebnisse (Learning Outcomes) festgestellt werden. Dauer, Ort oder Form der Ausbildung spielen dabei keine Rolle.

Auf Grundlage des EQR sind die europäischen Mitgliedsstaaten aufgerufen, freiwillig Nationale Qualifikationsrahmen (NQR) zu entwickeln und in ihren Bildungssystemen zu integrieren. Der EQR empfiehlt den EU-Staaten, auf Zeugnissen und anderen Qualifikationshinweisen zu vermerken, welchem Niveau das Zeugnis im Sinne des EQR entspricht. In Deutschland verständigten sich Bundesregierung und Kultusministerkonferenz bereits darauf, auf der Grundlage der Vorgaben des EQR einen DQR zu erarbeiten.

Der EQR fordert darüber hinaus, dass „der Zugang zum und die Teilnahme am lebenslangen Lernen für alle – auch für benachteiligte Menschen – und die Nutzung von Qualifikationen auf nationaler und auf Gemeinschaftsebene gefördert und verbessert werden soll“.

Beitrag zum lebenslangen Lernen

2009 verabschiedeten das Europäische Parlament und der Europäische Rat ihre Empfehlung zur Einrichtung eines Europäischen Leistungspunktesystems für die Berufsbildung (ECVET). Mit dem Bewertungssystem sollen Punkte, die Beschäftigte in der Aus- und Weiterbildung erworben haben, in andere Bildungswege übertragen werden können. Lernergebnisse, die jemand im Bereich der beruflichen Bildung erzielt hat, sollen europaweit dokumentiert werden. Dabei werden alle Ergebnisse eingebunden, die auch über den Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) erreichbar sind. Sie sollen von einer zentralen Stelle anerkannt werden.

Das ECVET soll auch einen Beitrag leisten, die Ziele der Europäischen Union zum lebenslangen Lernen zu erreichen. Zudem sollen die Beschäftigungsfähigkeit und die soziale Integration von Arbeitnehmern und Lernenden in Europa verbessert werden. Dazu gehört auch die Anerkennung des non-formalen und informellen Lernens.